Rückblick auf das 6. ÖGERN Symposium 2018

Pünktlich um 13 Uhr begrüßte Michael Halmich, Vorsitzender der ÖGERN, die ca. 210 Teilnehmenden und erläuterte, warum gerade dieses Generalthema gewählt wurde. Da nämlich bis 2025 ca. 60 % der Allgemeinmediziner/innen mit eigener Ordination in Österreich ihr 65. Lebensjahr erreicht haben und zudem eine generelle Verknappung von Gesundheitsberufen zu erkennen ist, braucht es neue Konzepte der Versorgung. Und hier spielen nicht nur ÄrztInnen eine Rolle, sondern künftig auch vermehrt die Pflege, die Rettungsdienste und auch die sozialen Dienste. Die Kernfrage wird dabei sein, ob das Krankenhaus für jedes medizinische (ggf. auch soziale/pflegerische) Problem der geeignete Ort ist oder ob es dazu Alternativen gibt.

Block 1

Danach übernahm Stefan Koppensteiner, stv. Vorsitzender der ÖGERN, die Moderation und führte in den ersten Block ein. Neben einer allgemeinen Einführung in die Primärversorgung in Österreich durch Heinz Novosad wurden die juristischen Rahmenbedingungen zum Leistungsumfang und dem Berufsgruppeneinsatz von Felix Wallner, Kammeramtsdirektor der OÖ Ärztekammer, vorgestellt. Sein Resümee: “Das juristisch Neue im Hinblick auf die Primärversorgung sei überschaubar; es wird lediglich eine neue Betriebsform – neben den bereits Bestehenden – etabliert!” In weiterer Folge stellte der langjährig praktizierende Arzt Erwin Rebhandl von der OÖ Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin seine Überlegungen vor, was sich der Patient / die Patientin von der neuen Primärversorgung erwarten kann; dies im Vergleich zum bisherigen Hausarztmodell. Den Schlusspunkt im ersten Block machte dann Petra Ganaus vom Department Gesundheit der FH St. Pölten. Sie gab Einblicke in das Potential der diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen in der Primärversorgung und stellte zugleich die Ausbildungsinitiativen der FH St. Pölten vor. Bei einer ersten Diskussion konnten die Teilnehmenden ihre Fragen einbringen, bevor es in die 30min. Pause ging.

Block 2

Anmoderiert von Klaus Hellwagner machte Christoph Redelsteiner, ausgewiesener Rettungsdienstler, Sozialarbeiter und Gesundheitswissenschaftler der FH St. Pölten, den Anfang. Sein Beitrag zur Primärversorgung ging der Frage nach, welche Rolle der Rettungsdienst und die soziale Arbeit einnimmt. Thematisch konnte Frank Flake, Sanitäter und Dienststellenleiter der Malteser in Oldenburg (D) anknüpfen, indem er das Projekt des “Gemeindenotfallsanitäters aus Oldenburg” vorstellte. In weiterer Folge wurde es wieder Juristischer: Maximilian Burkowski, Sanitäter und Jurist, durchleuchtete die Fragestellung, ob ein Rettungstransport in eine Primärversorgungseinheit anstelle in die Krankenanstalt juristisch zulässig ist. Dies konnte er klar mit einem Ja beantworten. Daran knüpfte Harald Herzog von der NÖ Gebietskrankenkasse an, der als Leiter der Leistungsabteilung und des Competence Center Transportwesens erst einmal Einblick in die Transportkostenabrechnung gab, dann zum Rettungstransport in die Primärversorgungseinheit aus Sicht der Sozialversicherung Stellung bezog. 

Block 3 – Podiumsdiskussion

Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurde den Teilnehmenden die Frage gestellt, ob die Primärversorgung in Österreich ein vielversprechendes Konzept sei. Unter der Moderation von Stefan Koppensteiner diskutieren:

  • Claire-Sophie Mörsen (Juristin, NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft; Link)
  • Heinz Novosad (Öst. Forum Primärversorgung im Gesundheitswesen, Landessprecher NÖ; Link)
  • Ingrid Wilbacher (Pflege- und Gesundheitsexpertin, Hauptverband der öst. Sozialversicherungsträger; Link)
  • Frank Flake (2. Vorsitzender des Deutschen Bundesverbandes Rettungsdienst e.V.; Link)
  • Lukas Heschl (Landarzt, Ärztekammer NÖ; Link)
  • Stefan Rottensteiner (Department Gesundheit der FH St. Pölten; Link)

Die ca. 1,5h dauernde Diskussion – unter reger Beteiligung des Publikums – rundete das Generalthema ab. Zu guter Letzt konnte Klaus Hellwagner noch das Datum des 7. Symposiums (8.11.2019, Innsbruck) verkünden und eine gute Heimreise wünschen!

Nun arbeitet das Team der ÖGERN eifrigst daran, den Tagungsband fertigzustellen, der voraussichtlich Ende Jänner 2019 erscheinen wird. Zu guter Letzt gilt der Dank noch den finanziellen Unterstützern; namentlich der Fachhochschule St. Pölten, der Stadt St. Pölten, dem Land NÖ – Abt. Wissenschaft/Forschung, der AUVA, der AK NÖ und dem Educa-Verlag.

Für das Team der ÖGERN,
Michael Halmich

 

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