Rückblick auf das 13. ÖGERN Symposium 2025

Bei unserem heurigen 13. Symposium der ÖGERN am Nachmittag des 7. November 2025 wählten wir das Generalthema „(Aus)Bildung / Organspende / Tatort-Arbeit“. Dank einer Kooperation mit der leitenden Notärztin aus Villach OÄ Dr. Silke Wappis konnten wir uns im Business Center Villach einmieten und ca. 130 Personen (präsent, online) Willkommen heißen. In gewohnter Art und Weise gliederten wir unser Nachmittags-Symposium in drei Blöcke mit je drei Referaten á ca. 20 Minuten. 

Nach offizieller Begrüßung und Einführung in den Nachmittag durch ÖGERN-Vorsitzenden Michael Halmich übernahm das Moderatoren-Duo Stefan Koppensteiner und Klaus Hellwagner. 

 

Block I: (Aus) Bildung im Rettungs-/Notarztdienst

Als erste Vortragende präsentierte die Juristin und Sanitäterin Melanie Strambach-Weissgärber den Rechtsrahmen zur Aus- und Fortbildung für Sanitäter und Notärzte. Sie stellte die beiden Gesundheitsberufe vergleichend gegenüber und konnte dadurch knifflige Rechtsfragen aufgreifen und einer Lösung zuführen. Danach übernahme Philipp Weingartshofer, Bildungswissenschafter und selbst Notfallsanitäter und Ausbildner im Roten Kreuz Niederösterreich. Sein Thema: Dynamische Weiterentwicklung im Rettungsdienst: Wie kann der laufende Wissenserwerb gesichert werden? Er spannte den Bogen von Bildungstheorien bis hin zur Praxis, wie es gelingt, sich an laufend ändernde Anforderungen anzupassen. Dritter Redner war dann Bernhard Bürger, der als Katastrophenhelfer und Forscher am Austrian Institute of Technology die Künstliche Intelligenz ins Spiel brachte und erläuterte, wie man damit auch Einsätze und Übungen bewerten kann. 

 

Block 2: Organspende

Im zweiten Block wechselten wir das Thema in Richtung Lebensende und Lebensrettung zugleich. Das Thema der Organspende war noch nie bei einem ÖGERN-Symposium am Programm, sodass Jurist und ÖGERN-Vorsitzender Michael Halmich einen rechtlichen und ethischen Überblick zum Thema gab und auch die aktuellen Zahlen präsentierte (2024: 637 Transplantationen in Österreich,  848 Menschen auf der Warteliste). Nach diesen Grundlagen übernahmen die beiden Fachärzte für Anästhesie und Notärzte aus Villach Silke Wappis und Gernot Aichinger das Mikrofon. Sie legten ihren gemeinsamen Vortrag so an, dass sie drei Fallbeispiele mit prä- und innerklinischer Tangente darstellten und Lösungsansätze zur Verfügung stellten. In der gemeinsamen Diskussion wurde auch das Thema der Organspende beim Assistierten Suizid aufgenommen.

 

Block 3: Tatort-Arbeit

Im ersten Vortrag gab der Leiter des Landeskriminalamts Kärnten Oberst Gottlieb Türk Einblicke in die polizeiliche Tatort-Arbeit und welche Aspekte Sanitäter und Notärzte hier zu beachten haben. Dabei ging er vor allem auf bedenkliche Todesfälle ein. Danach übernahm der Gerichtsmediziner aus Wien Christoph Reisinger das Panel und erläuterte die Schnittstelle Rettungsdienst und Gerichtsmedizin. Zahlreiche spannende Fallgeschichten sorgten dafür, dass im dritten Block die Teilnehmer nicht müde wurden. Immer wieder betonte der Vortragende den Satz, dass die gerichtsmedizinische Befunderhebung sich häufig auf die präklinische bzw. klinische Dokumentation stützt und er als später hinzukommender Experte von einer guten Dokumentation profitiert. Abschließend kam Rechtsanwalt und Notfallsanitäter Maximilian Burkowski zum Einsatz und bearbeitete in seinem Vortrag das Thema der „Zeuge im Strafprozess“. Neben der Darlegung des rechtlichen Rahmens ging es auch um viele Praxisfragen, z.B. darf man einfach so die Einsatzdokumentation herausgeben, wenn die Polizei danach fragt und darum bittet?

Zusammenfassend war das 13. ÖGERN-Symposium ein voller Erfolg. Die Themen waren bis zuletzt spannend, es gab viele positive Rückmeldungen und auch die kulinarische Versorgung war sehr gut. Nun arbeiten wir an der Umsetzung des 13. ÖGERN-Tagungsbandes, der im Februar 2026 erscheinen soll. Bis dahin können die Bände 1-12 Abhilfe schaffen. 2026 tagen wir wieder: 6. November 2026, St. Pölten.

Flyer ÖGERN-Symposium 2025

Referentenübersicht

Programm