Primärversorgungsgesetz: Nationalrat gibt grünes Licht

29. Juni 2017

Da bis 2025 ca. 60 % der Hausärztinnen und Hausärzte in Österreich ihr 65. Lebensjahr erreicht haben, sind Systemänderungen nötig, um die (regionale) Gesundheitsversorgung weiterhin aufrecht erhalten zu können. Durch das Konzept der regionalen Gesundheitszentren sollen allgemeine und direkt zugängliche erste Kontaktstelle für alle Menschen mit gesundheitlichen Problemen im Sinne einer umfassenden Gesundheitsversorgung entstehen. Das dort tätige Gesundheitspersonal soll den Versorgungprozess koordinieren und gewährleistet eine ganzheitliche und kontinuierliche Betreuung. Die Primärversorgungseinheit hat jedenfalls aus einem Kernteam, das sich aus Ärzten für Allgemeinmedizin und Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege zusammensetzt, zu bestehen. Orts- und bedarfsabhängig sind weitere Gesundheits- und Sozialberufe einzubinden, wie etwa Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde, Hebammen, Psychologen, Psychotherapeuten, die im Medizinische Assistenzberufe-Gesetz und im Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz geregelten Berufe und die gehobenen medizinisch-technischen Dienste sowie gegebenenfalls die Kooperation mit öffentlichen Apotheken.

Das Primärversorgungsgesetz, welches per 28.6.2017 vom Nationalrat beschlossen wurde, sieht vor, dass bis 2021 österreichweit 75 neue regionale Gesundheitszentren aufgebaut werden.

Weiterführende Quellen zum Primärversorgungsgesetz:

=> Parlamentskorrespondenz (Link)
=> Gesetzestext der Beschlussfassung (Link)
=> Info der Website des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen (Link)

Die Forderungen der ÖGERN, im Rahmen der Novelle auch das Unterbringungsrecht entsprechend zu ändern, wurden im Kern nicht umgesetzt. Anbei finden Sie erneut die Stellungnahme. Die inhaltlichen Anregungen werden bei gegebenem Anlass erneut dem Parlament übermittelt.

ÖGERN-Stellungnahme zum GRUG in Vollversion