Niederlande: Diskussion über Sterbehilfe-Ausweitung

13. Oktober 2016

Nach geltendem niederländischen Recht ist dem Grunde nach sowohl die aktive Sterbehilfe als auch die Beihilfe zur Selbsttötung strafbar. Wird die Tat jedoch von einem Arzt unter besonderen Sorgfaltskriterien begangen, so ist dieser straffrei. Im Gesetz sind die Details, die ein Arzt einzuhalten hat, aufgelistet:

  1. Er ist überzeugt, dass der Wunsch des Patienten freiwillig und nach reiflicher Überlegung geäußert wurde,
  2. er ist überzeugt, dass der Zustand des Patienten aussichtslos und sein Leiden unerträglich ist,
  3. er hat den Patienten über Situation und Aussichten aufgeklärt,
  4. er ist zusammen mit dem Patienten zum Schluss gelangt, dass es für die Situation keine andere annehmbare Lösung gibt,
  5. er hat mindestens einen anderen, unabhängigen Arzt konsultiert, der den Patienten untersucht und zu den unter 1 bis 4 genannten Kriterien eine schriftliche Stellungnahme verfasst hat,
  6. die Lebensbeendigung oder die Hilfe bei der Selbsttötung erfolgt mit der gebotenen Sorgfalt.

Bei Patienten, die nicht in der Lage sind, ihren Willen zu äußern, darf der Bitte um Sterbehilfe oder Hilfe bei der Selbsttötung entsprochen werden, wenn die Person das 16. Lebensjahr vollendet hat und sie zu einem Zeitpunkt, zu dem sie zur vernünftigen Beurteilung ihrer Interessen fähig war, ihre Bitte schriftlich erklärt hat.

Nun soll diese Regelung neu diskutiert werden. Parlamentarier in den Niederlanden können sich eine Ausdehnung dieser Bestimmung auf “lebensmüde Alte” ohne Bindung an eine Krankheit vorstellen.

Weitere Details und Quellen:
ORF (Link)
Vorarlberg Online (Link)